Mehr Grün statt Grau – lautet das Motto in der Stadt! Durch eine groß angelegte Informationskampagne "Grünes Licht für grüne Dächer" möchte man auf die ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Maßnahme aufmerksam machen um dadurch letztlich die Begrünung der Stadt zu stimulieren.
Dabei hat die Stadt Graz zunächst einen Schwerpunkt auf die Errichtung von Dachbegrünungen bei gewerblichen Hallen gelegt. Gefördert werden 10,- Euro pro Quadratmeter begrünter Fläche bis zu einer maximalen Förderhöhe von € 40.000.- je Objekt.
In Österreich gibt es für die Qualität von Dachbegrünungen eine klare Grundlage: die ÖNORM L1131 für die Begrünung von Dächern und Decken (2010). Die Betriebe des Verbands für Bauwerksbegrünung gehen aber bezüglich der Qualitätssicherung noch einen Schritt weiter.
Neben Dach- und Fassadenbegrünung ist nun auch der dritte Fachbereich des VfB, die Innenraumbegrünung, auf der GrünStattGrau-Homepage zu finden. Damit hat sich nicht nur der Außenauftritt des VfB vergrößert, sondern auch die interne Bearbeitungsbreite.
Von 20.- 22.6.2017 findet der Weltkongress Gebäudebegrünung als Kooperation des Initiators WGIN- World Green Infrastructure Network, dem deutschen Fachverband Bauwerksbegrünung- FBB sowie der Europäischen Föderation Bauwerksbegrünung- EFB statt.
Neben den bekannten Vorzügen wie der Feinstaubfilterung, Kühlfunktion im Sommer, Wärmedämmung im Winter sowie CO2 Bindung samt Sauerstoffproduktion und ihrem Beitrag zur Biodiversität, können Gründächer auch für den Hochwasserschutz in stark versiegelten Gebieten eingesetzt werden. Denn sie speichern das Wasser bei Starkregen und geben dieses in geringerer Menge und erst verzögert an die Umwelt wieder ab.
Überflutete Keller, im Hochwasser eingeschlossene Autos, übergehende Kanäle - es sind Horrorbilder, die uns immer öfter nach schweren Regenfällen vor Augen halten, dass die zunehmende Versiegelung der Städte zu schweren Folgeschäden führen kann.
Ein Mittel dagegen ist mit Beton und Asphalt versiegelte Flächen gegen begrünte, atmungsaktive Flächen auszutauschen, beziehungsweise bei Neubauten schon verstärkt Begrünungen an und rund um die Bauwerke einzuplanen. Denn Grünflächen wirken wie Schwämme und können bis zu 137 Liter Wasser pro Quadratmeter – das entspricht etwa einer Badewannenfüllung – bzw. zwischen 60 und 90 Prozent der Niederschläge speichern und den oberflächlichen Abfluss des Wassers reduzieren. Dies bewirkt wiederum eine Entlastung des Kanalsystems und vermindert die Gefahr von Überflutungen.
Als VfB Mitglied erhalten Sie die Fachzeitschrift GebäudeGrün (GG) mehrmals im Jahr kostenlos zugeschickt. GG ist die einzige deutschsprachige Fachzeitschrift, die sich ausschließlich mit den Themen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung auf hohem fachlichen Niveau befasst.
Die Stadt Graz gewährt einen Zuschuss für die Beratung betreffend Dach- und Fassadenbegrünung durch facheinschlägige Firmen oder Institutionen. Gefördert werden 80% der Beratungskosten bis zu einem Maximalbetrag von 400,- Euro.
Erstmals wurde dem Thema "Bauwerksbegrünung" beim Fachkongressformat ENERGIE-ARCHITEKTUR große Beachtung geschenkt. Frei nach dem Motto "Sind Bauwerksbegrünungen die Lösung für Städte" wurden in einem ganzen Nachmittagsblock "grüne" Energie- und Architektur-Fragen aufgeworfen und von VfB-Vertretern Antworten darauf gegeben.
Ein von Team Stronach Abgeordneter Ulrike Weigerstorfer eingebrachter Antrag zur Initiierung einer österreichweiten Kampagne, um den Österreichern die Vorteile von Dachbegrünungen näher zu bringen, wurde im österreichischen Parlament kürzlich abgelehnt. Die öffentliche Debatte geht jedoch weiter.